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Kommt GAME OF THRONES: THE MAD KING nach London?

London Box Office 3 September 2026 um 18:47

Game of Thrones: The Mad King spielt derzeit vor ausverkauftem Haus am Royal Shakespeare Theatre in Stratford-upon-Avon — am 5. September ist Schluss. Bleibt die Frage, die gerade viele Fans umtreibt: Geht dieser Erfolg danach ins West End?

Michael Shaeffer als König Aerys Targaryen in Game of Thrones: The Mad King. Foto von Johan PerssonMichael Shaeffer als König Aerys Targaryen in Game of Thrones: The Mad King. Foto von Johan Persson.

Der Klang von Westeros ist eine deutsche Erfindung. Das Titelthema, jenes Cello-Ostinato, das nach vier Takten jeder erkennt, stammt von Ramin Djawadi, 1974 in Duisburg geboren, deutscher Komponist iranischer Herkunft. Und eine der rätselhaftesten Figuren der Serie, der Gesichtslose Jaqen H'ghar, wurde von dem deutschen Schauspieler Tom Wlaschiha verkörpert. Für ein deutsches Publikum war Westeros also nie ganz fremdes Terrain. Genau deshalb ist die Bühnenfassung so interessant: Ein Theaterabend hat weder Djawadis Orchester noch die Großaufnahme zur Verfügung. Er muss diese Welt aus Sprache, Licht und Körpern bauen — und offenbar gelingt ihm das.

Geschrieben hat das Stück Duncan Macmillan, Regie führt Dominic Cooke. Die Handlung setzt gut ein Jahrzehnt vor den Ereignissen der Serie ein: Die großen Häuser von Westeros treffen sich zum Turnier von Harrenhal, aus dem Fest wird Misstrauen, und um König Aerys II. beginnt es nach Verrat zu klingen. Von dort führt der Weg geradewegs zu Robert Baratheons Rebellion und zum Sturz der Targaryen. Michael Shaeffer spielt den wahnsinnigen König; Ned Stark, Robert Baratheon, Rhaegar Targaryen und Lyanna Stark stehen erstmals leibhaftig auf einer Bühne.

Die RSC hat dafür das eigene Haus umgebaut: Der Zuschauerraum des Royal Shakespeare Theatre wurde um eine kreuzförmige Spielfläche herum neu gefasst, auf der keine zwei Plätze denselben Blick bieten. Dazu kommen ein Ensemble von 35 Mitwirkenden und Drachenpuppen. Die Kritik reagierte entsprechend: Der Telegraph sprach von „einem betörenden Spektakel, das Neulinge wie eingefleischte Fans bedient“, der Guardian lobte „actionreiche, spektakuläre Bühnenkunst mit viel gegenwärtigem Widerhall“.

Offiziell bestätigt ist nichts — weder von der RSC noch von HBO. Aber die Marke wächst weiter, House of the Dragon und A Knight of the Seven Kingdoms haben der Mutterserie nachgesetzt, und ein Erfolg dieser Größenordnung findet in London selten keine Bühne. Die Frage ist eher, welche. Das Troubadour Greenwich Peninsula Theatre, derzeit direkt an der Themse im Bau, soll im Herbst 2026 mit zwei Sälen zu je 1.500 Plätzen öffnen, ausdrücklich als Haus für Großproduktionen. Die Gruppe betreibt solche Spielstätten in London bereits, etwa das Troubadour Wembley Park, und in ihrem Haus in Canary Wharf läuft mit The Hunger Games: On Stage schon die Bühnenfassung einer anderen Blockbuster-Reihe.

Ein Hindernis bleibt: die Länge. Vier Stunden, und eine Erzählweise, die mehreren Kritikern zu überladen war. Ein Transfer dürfte also eine gestraffte Fassung bedeuten — und Straffen kostet Zeit. Realistischer als das Frühjahr ist damit eine Londoner Premiere im Jahr 2027.

Bis dahin fehlt es in London nicht an großen Stoffen: Harry Potter and the Cursed Child und Stranger Things: The First Shadow stehen das ganze Jahr über auf dem Spielplan. Für The Mad King ist unsere Seite zu Game of Thrones: The Mad King in London bereits offen: Wer sich dort unter „Halten Sie mich auf dem Laufenden“ einträgt, bekommt eine E-Mail, sobald der Vorverkauf startet.

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