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THE LAST SHIP im Theatre Royal Drury Lane

Stuart King 1 Oktober 2026 um 21:57

Als Hommage an die Schiffbauer von Wallsend, der Stadt seiner Jugend, hat Sting, einst Mitglied von The Police und seit vierzig Jahren Solokünstler, THE LAST SHIP geschaffen, das am Mittwochabend im Theatre Royal Drury Lane offiziell Premiere feierte.

The Last Ship im Theatre Royal Drury LaneThe Last Ship im Theatre Royal Drury Lane. Foto: Nienke de Groot.

Mit – so heißt es im Programmheft – „einem neuen Buch von Barney Norris, nach einem Buch von Lorne Campbell, basierend auf einem Originalbuch von John Logan und Brian Yorkey“ stellt das Musical Stings Musik und Texte in den Mittelpunkt einer rauen, nordenglischen Geschichte rund um die Werft. Sie spielt in der Thatcher-Ära: Die Zukunft der gewerkschaftlich organisierten Werftarbeiter steht auf der Kippe (und scheint dem Schicksal der Bergleute und Stahlarbeiter zu folgen), während sich die Menschen der Stadt an die Sicherheit und den Rhythmus gewöhnt haben, Schiffe zu bauen und auf dem Tyne vom Stapel zu lassen. Weil der Bau hinter dem Zeitplan liegt, könnte die Utopia das letzte Schiff sein, denn die Verzögerungen haben die Aufmerksamkeit der konservativen Ministerin geweckt, die die Regierungsaufträge vergibt. Sie hat beschlossen, alle künftigen Aufträge zu streichen – die Zeit sei reif, die Arbeiter in die Schranken zu weisen. Wer sich an das Ende der Bremer Großwerft AG Weser im Jahr 1983 erinnert, wird in dieser Geschichte vieles wiedererkennen.

Gideon (Declan Bennett) kehrt in die Stadt zurück, die er siebzehn Jahre zuvor verlassen hat, und ist auf Heimaturlaub von den Royal Marines. Er muss sich der schmerzhaften Wahrheit stellen, dass er sich mit seinem kürzlich verstorbenen Vater nie mehr versöhnen wird. Außerdem erfährt er, dass seine große Liebe Meg (Frances McNamee) mit ihrer gemeinsamen Tochter Ellen (Hannah Richardson) schwanger war, als er vor all den Jahren fortging. Unterdessen ist Jackie White (Sting) die Stimme, hinter der sich die Hafenarbeiter und ihre Familien versammeln, als der Werft die Schließung droht. Seine Frau Peggy (Jackie Morrison) gibt ihm Halt und Stabilität, während er allmählich einem Lungenkrebs erliegt – stets aus dem Schatten beobachtet von der bedrohlichen Gestalt des Wallsend Ferryman (Shaggy bei der Premiere), der der Legende nach die Seelen der verstorbenen Werftarbeiter begleitet.

Auch wenn für die großen Ensemblenummern vierzehn weitere Darsteller kommen und gehen, sind es Stings Balladen und kunstvoll gesetzte Duette, die ins Ohr gehen und den ansonsten stoischen Figuren Gefühl verleihen. Bei allen schönen Klangfarben auf der Bühne (allen voran von Bennett und McNamee) ist der eigentliche Star des Abends jedoch die großartige, allgegenwärtige Projektion des riesigen Hecks des Schiffes im Trockendock. Sie verändert sich ständig, wenn das Licht wandert und die Arbeiter mit Lichtbogenschweißgeräten an den Stahlplatten hantieren oder auf Stahlträgern, die gehoben und gesenkt werden, vor seiner titanischen Fassade auf und ab fahren. Inszenatorisch bündelt (oder begrenzt?) sie die Handlung, denn alle müssen vorne in der Bühnenmitte spielen; zugleich unterstreicht sie die klaren Gegensätze von Licht und Dunkel, Gut und Böse, Recht und Unrecht, Schuld und Reue, die sich durch die schlichte, aber fesselnde Handlung ziehen.

Sting war nie ein besonders bemerkenswerter Schauspieler, und hier stiehlt ihm Shaggy mit seinen selbstbewussten Possen und seiner distanzierten Präsenz die Schau (wobei anzumerken ist, dass die Rolle des Ferryman für den Rest der Spielzeit von Lejaun Sheppard übernommen wird). Weit bemerkenswerter (und passender) ist jedoch, dass die bereits erwähnten Musicaldarsteller in den Hauptrollen reichlich Gelegenheit bekommen, zu glänzen und das Material des Komponisten neu zum Leben zu erwecken. Die Klänge von When We Dance – das im Leben von Millionen Menschen mit Liebeskummer sicher eine bewegende Rolle gespielt hat – entfalten im Zusammenhang des Stücks jedenfalls eine wunderschöne Wirkung.

THE LAST SHIP wird die Musicalwelt vielleicht nicht in Brand setzen, hat aber eine Menge zu bieten und ist weit mehr als ein bloßes Eitelkeitsprojekt eines Mannes, der in einer erfolgreichen Karriere von fast 50 Jahren immer wieder Großes erreicht hat.

Mit einer Spieldauer von knapp drei Stunden inklusive Pause läuft die Produktion noch bis zum 3. Oktober im Theatre Royal Drury Lane.

The Last Ship in London

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